Hartchrom
- Hartchrom bei De Martin
- Verfahrensvarianten
- Anwendungsgebiete
- Empfehlungen, konstruktive Hinweise
- Weiterreichende Informationen
I. Hartchrom Schichten
dienen in erster Linie als klassischer Verschleisschutz. Die Schichten zeichnen sich durch hohe Härte und hohe Stabilität aus. Hinzu kommen tribologische Vorteile und ein sehr niedriger Reibungs-koeffizient. Die Korrosionsbeständigkeit von Chrom wird durch eine geringe Benetzbarkeit von wässrigen Lösungen und Öl zusätzlich verbessert. Weiter zeichnen sich Hartchromschichten durch folgende Eigenschaften aus:
- hohe Härte zwischen 900 und 1’100 HV ohne Materialverzug
- niedriger Reibungskoeffizient
- hohe Reibungsbeständigkeit
- sehr hohes Reflektionsvermögen
- homogene Schichtstruktur
- geringes Adhäsionsvermögen
- Beständigkeit gegenüber chemischer Beanspruchung
- Temperaturstabilität, Schmelzpunkt > 1800°C
Unsere Beschichtungsmöglichkeiten:
- Bis 2’000mm Länge
- Bis 1’000 kg
- beschichtbare Materialien: Stahl, Edelstahl, Buntmetall, Aluminium, Titan
II. Bei uns kommen folgende Verfahrensvarianten zum Einsatz:
| Art der Verchromung | Beschichtungsgrund |
|---|---|
| Schutzverchromen | Unterschiedliche Schichtstärken,als Korrosionsschutz,Verschleissschutz undAntiadhäsionsschicht0.001 – 0.010mm Schichtdicke |
| Masshartverchromen | Unterschiedliche Schichtstärken,als Fertigmassbeschichtung, welche die Toleranzen Masshaltigkeit und Oberflächengüte ohne mechanische Nacharbeitung erreichen0.001 – 0.030mm Schichtdicke |
| Übermassverchromen | Unterschiedliche Schichtstärken, für alle Bauteile die zusätzlich noch mechanisch Nachbearbeitet werden müssen0.030 – 0.500mm Schichtdicke |
| Reparaturverchromen | Unterschiedliche Schichtstärken,z.B. Ausgleich von Untermass bei Formteilen0.010 – 0.500mm Schichtdicke |
| Orangenhautverchromen* | Strukturierte Hartchromschicht mit frei wählbarem Rz-Wert0.010 – 0.030mm Schichtdicke |
| Multiplex-Beschichtung* | Auch bekannt unter dem Begriff Doppel-/Mehr-fachhartverchromung, die Beschichtung wird dabei während dem Prozess unterbrochen und nach einem Ätzvorgang weitergeführt, dadurch wird die Korrosionsbeständigkeit der Schicht erhöht.0.020 – 0.500mm Schichtdicke |
III. Anwendungsgebiete
| Branche | Art der Bauteile |
|---|---|
| Werkzeug- und Formenbau | Reperaturteile bei Revisionen, Verschleisschutz bei Kernen, Schiebern, Hülsen etc., formgebende Bauteile als Entformungshilfe |
| Textil-Maschinenindustrie | Antriebszylinder und Wellen, Walzen, Rohre, Verschleissbauteile wie Schussnadeln, Greifer, Schiffchen etc. |
| Automotive | Verschleissteile generell |
| Druck-/PapierMaschinenindustrie | Zylinder, farbführende Teile |
| Maschinenindustrie generell | Hydraulikpumpen, diverse Bauteile |
| Lebensmittel-Industrie (LINK) | Schnecken, Antriebe, Kolben |
| Luft- und Raumfahrt | Shafts, Triebwerkkomponenten, Fahrwerkkomponenten |
| Anlage- und Apparatebau | Verschleissteile |
| Rüstung | Kolbenstangen, Zylinder |
IV. Empfehlungen, konstruktive Hinweise
Hartchromschichten weisen im Gegensatz zu anderen galvanischen Prozessen eine verhältnismäßig schlechten Wirkungsgrad aus. Dies bedeutet, dass die Gleichmässigkeit von Hartchromschichten einerseits von der Geometrie des Werkstückes, andererseits von der Verfahrenstechnik abhängig ist. Je höher die abgeschiedenen Schichtdicken, desto grösser das Risiko von ungleichmässiger Schichtverteilung und Kantenaufbau.
Zur Vorbereitung für die Hartverchromung sollten die Werkstücke möglichst mechanisch vorbearbeitet werden. Hier kommen idealerweise Schleif-, Polier- oder Strahlprozesse zum Einsatz. Je regelmässiger das Substratgefüge, desto besser der Schichtaufbau und die Homogenität der Chromschicht. Die Gleichmäßigkeit und Geschlossenheit einer Hartchromschicht hängt von der Güte der Oberfläche vor der Verchromung ab.
Wichtig: Unebenheiten, Poren, Kratzer, Riefen, Risse oder Strukturfehler werden durch die Hartchromschicht weder überdeckt oder eingeebnet noch ausgeglichen. Im Gegenteil, sie werden durch den Schichtaufbau und das gute Reflektionsvermögen ausgeprägter dargestellt.