Chemisch Nickel
- Chemisch Nickel bei De Martin
- Verfahrensvarianten
- Anwendungsgebiete
- Empfehlungen, konstruktive Hinweise
- Weiterreichende Informationen
I. Chemisch Nickel bei De Martin
Massgetreue Abscheidung auf einem M4 Gewinde
Chemisch Nickel Schichten werden vielerorts in erster Linie wegen des guten Korrosionsschutzverhaltens und der massgetreuen Abscheidung zum Einsatz gebracht. Sie werden im Gegensatz zu elektrolytischen Verfahren sog. aussenstromlos abgeschieden. Durch die chemische Abscheidung erhalten die abgeschiedenen Nickel-Schichten eine sehr gute Schichtverteilung. Der Schichtaufbau erfolgt auch bei kompliziert profilierten Bauteilen äusserst gleichmässig und konturengetreu (kein Kanteneffekt). Diese besondere Eigenschaft ermöglicht uns zusätzlich eine massgetreue Abscheidung von +/- 5-8% Schichtdicken-toleranz.
Unsere Möglichkeiten:
- Gestellanwendungen
- Trommelanwendungen
- Vibrobotanwendungen
- Bis 2’000mm Länge
- Bis 2’500kg
- beschichtbare Materialien: Stahl, Edelstahl, Buntmetall, Aluminium, Titan
II. Bei uns kommen folgende Verfahrensvarianten zum Einsatz:
- Chemisch Nickel High-Phos
Standardbeschichtung mit einem Phosphoranteil von 11-14% Vol., welche sich durch hohen Korrosionsschutz und Duktilität auszeichnet, Beschichtung aller gängigen Basismaterialien möglich, glänzend - Chemisch Nickel Low-Phos
Spezialverfahren mit einem Phosphoranteil von 3-5% Vol., zeichnet sich durch hohe Härte und hohen Glanzgrad aus, Beschichtung aller Basismaterialen möglich - Chemisch Nickel – Thermische Nachbehandlung
Mittels thermischer Nachbehandlung kann die Oberflächenhärte sowie das Verschleissverhalten von chemisch Nickel Überzügen erhöht werden. Weiter lässt sich nachweisen, dass durch diesen nachgelagerten Prozess auf eine bessere Schichthaftung resultiert. Wir sind in der Lage sowohl unter atmosphärischen Bedingungen wie auch unter Schutzgas (N2) auszuhärten.
Härteverlauf bei Wärmebhandlungen
III. Anwendungsgebiete
| Branche | Art der Bauteile |
|---|---|
| Werkzeug- und Formenbau | Hotrunner, Gehäuse, Düsen, Spitzen, Schnecke |
| Textil-Maschinenindustrie | Fadenführende Bauteile generell wie Nadeln, Greifer und Bandführer |
| Automotive | Getriebebauteile, Schliessysteme, Sicherheitsbauteile |
| Druck-/PapierMaschinenindustrie | Druck- und Plattenzylinder, Dosierwalzen, Rakel |
| Maschinenindustrie generell | Diverse Bauteile |
| Lebensmittel-Industrie (LINK) | Schnecken, Gehäuse, Kühlrohre |
| Luft- und Raumfahrt | Wellen, Bolzen, Spiegel |
| Anlage- und Apparatebau | Gehäuse, Schliessysteme |
| Rüstung | Radaufhängungen, Antriebselemente |
IV. Schichtdickenempfehlung nach DIN 50966, konstruktive Hinweise
| Beanspruchungsart | Schichtdicke |
|---|---|
| milde Verschleissbeanspruchung milde Korrosionsbeanspruchung |
5 - 10 µm |
| mittlere Verschleissbeanspruchung mittlere Korrosionsbeanspruchung |
10 - 25 µm |
| starke Verschleissbeanspruchung starke Korrosionsbeanspruchung |
25 - 50 µm |
| sehr starke Verschleissbeanspruchung sehr starke Korrosionsbeanspruchung |
> 50 µm |
Durchgehende Gewinde und Bohrungen werden immer mitbeschichtet. Dies sollte vorab berücksichtigt werden. Falls nicht anders vermerkt, werden die Bauteile immer komplett beschichtet.
Folgende Angaben sollten uns idealerweise mit der Bauteilanlieferung übermittelt werden:
- Werkstoffangaben/Oberflächenzustand
- Wärmebehandlungszustand
- Beschichtungsflächen
- Flächen die beschichtet werden müssen.
- Flächen die beschichtet werden dürfen.
- Flächen die nicht beschichtet werden dürfen.
- Schichttyp
- Schichtdicke in mm
- Rauhtiefe nach der Beschichtung
- Klemm-/Kontaktstellen (z.B. Gewinde, Stifte, Bohrungen, usw.)
- Bauteilbezeichnung/Zeichnungsnummer
- Prüfkriterien, Prüfflächen